Brot für die Welt 2026: Äthiopien - Bessere Ernährung, besseres Leben

Brot für die Welt 2026: Äthiopien - Bessere Ernährung, besseres Leben

Brot für die Welt 2026: Äthiopien - Bessere Ernährung, besseres Leben

# Neuigkeiten aus der Gemeinde

Brot für die Welt 2026: Äthiopien - Bessere Ernährung, besseres Leben

Im Südwesten Äthiopiens unterstützt eine Partnerorganisation von Brot für die Welt Kleinbauernfamilien dabei, ihren Anbau vielfältiger zu gestalten. Das ermöglicht ihnen, sich gesünder zu ernähren und ein höheres Einkommen zu erzielen.

Aster Semtets Familie lebt in Wode, einem Dorf im Südwesten Äthiopiens. Auf ihrem Hof wachsen die Ensete-Pflanzen dicht an dicht. Aus der Stärke der Blätter backt die Bäuerin Brot.

Konzentriert bei der Arbeit

Aster Semtet kniet vor einer Ensete-Pflanze. Auf ihrem Hof wachsen diese Stauden dicht an dicht, mit ihren fast mannshohen, dicken Blättern bilden sie einen kleinen, nahezu undurchdringbaren Wald. Mit einem scharf geschliffenen Holzstück schabt die Bäuerin die weiße Stärke von den Blättern. Den so gewonnenen Brei wird sie mehrere Tage gären lassen und anschließend über dem offenen Feuer viele Brote daraus backen. Über Aster Semtet brennt die Sonne. Die Bäuerin arbeitet still, konzentriert, mit oft geübten Handbewegungen. Sie wirkt entschlossen. 

Der Aufschwung ist noch nicht angekommen

Aster Semtet, ihr Mann Tafese Zeini und ihre sechs Kinder leben im Dorf Wode im abgelegenen Südwesten Äthiopiens. Es ist eine grüne und fruchtbare Gegend. Doch der wirtschaftliche Aufschwung, den das Land in den vergangenen Jahren erlebte und der in der Hauptstadt Addis Abeba einen regelrechten Boom auslöste, ist hier noch nicht angekommen. Nur wenige Straßen sind ausgebaut, die Bewohner haben selten Zugang zu sauberem Wasser, es gibt kaum Strom und zu wenige Schulen. 

Es ist schwer, in dieser Region eine Familie zu ernähren. Im Garten von As- ter Semtet wuchsen neben Ensete vor allem Taro. Aus beiden Pflanzen kann man Nahrungsmittel herstellen. Aber die Ernährung ist einseitig. Das änderte sich erst, als die Familie am so genannten „Eco-Live“-Projekt der Organisation EECMY-DASSC teilnahm. Dessen Ziel ist es, die Lebensgrund- lagen der Menschen vor Ort zu verbessern und dabei die Umwelt zu schützen.

Einseitige Ernährung

Es ist eine große Herausforderung für Kleinbauern und -bäuerinnen, in dieser Region eine Familie zu ernähren. Im Garten von Aster Semtet und Tafese Zeini wuchsen vor allem Taro, auch „Wasserbrotwurzel“ genannt, und Ensete, die „Falsche Banane“. Aus beiden Pflanzen kann man Nahrungsmittel herstellen. Aber die Ernährung ist einseitig. Und Geld kann man mit beiden Produkten kaum verdienen. Deshalb fehlte der Familie lange Zeit das Geld für Schulbücher. Sie lebten überwiegend von dem Wenigen, was das eigene Feld erbrachte. „Manchmal wussten wir am Abend nicht, was wir unseren Kindern am nächsten Tag zu essen geben sollten“, erzählt Aster Semtet.

Über 4.000 Familien profitieren

Das änderte sich, als die Familie an einem von Brot für die Welt finanzierten Projekt der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus teilnahm. Deren Mitarbeitende setzen seit 2019 in 26 Gemeinden im Südwesten Äthiopiens das so genannte „Eco-Live“-Projekt um. Sein Ziel ist es, die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort zu verbessern und dabei die Umwelt zu schützen. Über 4.000 Familien profitieren davon – darunter die von Aster Semtet. Die Teilnehmenden lernen, wie sie Kleintiere halten, traditionelle Getreide- oder neue Gemüsesorten erfolgreich anbauen, wie sie selbst Kompost herstellen können, aber auch, welche Rechte Frauen haben und wie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft verbessert werden kann. 

Äthiopien gilt als eines der Herkunftsländer des Homo sapiens und als Ur- sprungsland des Kaffees. Das Klima ist regional unterschiedlich: Es reicht von heiß-trocken im Tiefland bis

Bessere Bildung schafft neue Zuversicht

Als Starthilfe hat Aster Semtets Familie Getreide- und Gemüsesamen und vier Schafe erhalten. Die Schafe haben längst Lämmer bekommen. Vom Geld aus dem Verkauf hat die Familie einen Ochsen angeschafft, der nun die Felder pflügt. Neben dem alten Rundhaus steht inzwischen ein neues Haus. Und auf dem Speiseplan stehen nun auch Kartoffeln, Kohl, Mais und Avocado. Was sie nicht selbst benötigt, verkauft die Familie auf dem Markt. Mittlerweile haben die Kinder auch Schulbücher, jeden Morgen nach Hausarbeit und Frühstück machen sich die Töchter auf den Weg zur Schule. 

Neue Zuversicht spricht aus den Worten und Taten der Familie. „Meine Kinder können Lehrer, Ärztinnen, Verkehrspolizisten oder Agrarwissenschaftlerinnen werden“, sagt Aster Samtet. Sie selbst möchte ihren Hof weiterführen und zu voller Blüte bringen. „Ich bin nicht mehr arm. Ich fühle mich stark. Ich habe jetzt Ziele, und ich werde noch härter arbeiten, um diese zu erreichen.“ 

 

 

Kostenbeispiele

• 20 Junghennen und -hähne für den Aufbau einer Hühnerzucht: 60 Euro

• 200 kg Kartoffeln als Starthilfe für eine Kleinbauernfamilie: 145 Euro

• Monatslohn eines Landwirtschaftsexperten, der die Kleinbauernfamilien im Projekt schult und berät: 180 Euro


Wir bitten um Ihre finanzielle Unterstützung für dieses wichtige Projekt von Brot für die Welt. Sie haben drei Möglichkeiten zu helfen:

In Schulungen hat Aster Semtet gelernt, wie sie Kleintiere halten, traditionelle Getreide- oder neue Gemüsesorten anbauen und Kompost herstellen kann. Als Starthilfe hat sie Getreide- und Gemüsesamen sowie vier Schafe erhalten.

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