01/04/2026 0 Kommentare
Das Hochmeisterprojekt 2026 - FREUDE! vormerken: Kulturfestival 18.6. – 20.6. und 25.6. - 27.6.
Das Hochmeisterprojekt 2026 - FREUDE! vormerken: Kulturfestival 18.6. – 20.6. und 25.6. - 27.6.
# Neuigkeiten aus der Gemeinde

Das Hochmeisterprojekt 2026 - FREUDE! vormerken: Kulturfestival 18.6. – 20.6. und 25.6. - 27.6.
FREUDE! – so heißt unser neues Hochmeisterprojekt, und selten war ein Titel so programmatisch. Mit HochmeisterVocale und dem Festivalorchester widmen wir uns im Juni (18.-20.6.) zwei Werken, die vor Kraft und Leuchtkraft kaum zu überbieten sind: dem Gloria von John Rutter und dem vierten Satz der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Zwei Epochen, zwei Klangsprachen, eine Botschaft: Freude als schöpferische Energie.
Rutters Gloria entfaltet eine rhythmisch strahlende Klangwelt voller Energie und Zuversicht. Beethovens neunte Sinfonie hingegen führt die Freude ins Visionäre und macht sie zum klingenden Bekenntnis zu Menschlichkeit und Gemeinschaft. Und doch stellt sich unweigerlich eine Frage: Kann man Schillers „Ode an die Freude“ heute überhaupt noch so singen, wie sie geschrieben wurde?
Der Text ist von einer geradezu überhöhten Humanitätsidee getragen, von Brüderlichkeit, Eintracht und göttlichem Funken. Beethoven selbst war zu diesem Zeitpunkt schwer gezeichnet von Krankheit und zunehmender Taubheit, und auch die politische Lage im Europa seiner Zeit war alles andere als friedvoll. Gerade deshalb wirkt diese Musik nicht wie naiver Optimismus, sondern wie ein leidenschaftlicher Wunsch, vielleicht sogar wie ein trotziger Gegenentwurf zur Wirklichkeit.
Im Anschluss an das Gloria wird Lars Eidinger Schillers „Ode an die Freude“ lesen, voraussichtlich in einer eigens produzierten Videoeinspielung, da er zeitgleich zu Dreharbeiten in Hollywood gebunden ist. Für diese Lesung schreibe ich einen eigenen musikalischen Underscore für Chor und Orchester, den wir live musizieren und der eine klangliche Brücke zwischen Gloria und Ode schlägt. So entsteht ein neuer Resonanzraum unter dem gesprochenen Wort – der Text wird nicht nur rezitiert, sondern getragen, gespiegelt und in unsere Gegenwart hineingehört.
Vielleicht liegt genau darin der Kern dieses Projekts: Kann man diese große Vision von Freude im Kleinen leben? Kann sie im gemeinsamen Proben, im aufmerksamen Zuhören und im Ringen um Klang bereits Wirklichkeit werden?
Dieses Programm ist in jeder Hinsicht ein besonderes Projekt. Es verlangt viele intensive Proben, Geduld und Hingabe, um sowohl die klangliche Wucht als auch die feinen Zwischentöne zu gestalten.
Und wer meint, nach den großen Hauptwerken sei bereits alles gesagt, darf sich überraschen lassen. Zwei besondere Zugaben zum Thema Freude warten noch darauf, entdeckt zu werden. Eine davon wird das Publikum nicht nur hören, sondern selbst mitsingen dürfen, sodass am Ende des Abends aus Zuhörenden und Mitwirkenden ein großes gemeinsames Klangzeichen entsteht. Welche Gestalt diese Freude schließlich annimmt, verraten wir erst im Konzertsaal.
Christian Hagitte
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