01/04/2026 0 Kommentare
Kanzeltausch am 24. April Pfarrer Frank Vöhler aus Neu-Westend stellt sich vor
Kanzeltausch am 24. April Pfarrer Frank Vöhler aus Neu-Westend stellt sich vor
# Neuigkeiten aus der Gemeinde

Kanzeltausch am 24. April Pfarrer Frank Vöhler aus Neu-Westend stellt sich vor
Mein Name ist Frank Vöhler, ich freue mich, diesmal im Rahmen des Kanzeltausches als Pfarrer der Gemeinde Neu-Westend bei Ihnen predigen zu dürfen. Als Beauftragter für Ökumene und interreligiösen Dialog erlebe ich das gemeinsame Wirken von Christinnen und Christen in Charlottenburg-Wilmersdorf als ein Geschenk, gerade hier im Berliner Westen. Ich bin dankbar für alles selbstverständliche, gemeinsame Engagement, das teilweise seit Jahrzehnten Ausdruck gelebter Ökumene ist: Bei der Feier der Weltgebetstage und im bürgerlichen Engagement für Geflüchtete, beispielsweise in der Ulme 35. Hier war Ihre Gemeinde einst eine wesentliche finanzielle Stütze, als vor 10 Jahren an vielen Stellen Hilfe gebraucht wurde.
Der Kirchenkreis ist ein Gebiet, in dem vielfältiges religiöses Leben zu entdecken ist. Ca 40 verschiedene Denominationen teilen sich Gotteshäuser, haben eigene Kirchen und nehmen seit kurzem wie bspw. die Neuapostolische Gemeinde oder seit langem wie bspw. unsere anglikanischen Geschwister, am intensiven ökumenischen Austausch teil. Die anglikanischen Nachbarn aus St. Georges durften dieses Jahr ein bewegendes 150-jähriges Jubiläum in St. Marien feiern. Einmal im Jahr kommen wir zusammen und feiern im Frühjahr einen großen Gottesdienst mit der Liturgie der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Angestoßen und getragen wird diese Initiative von Nicolas Schoenfeld und Jochen Michalek. Dieses Jahr durften wir bei Ihnen zu Gast sein. Dafür sind wir sehr dankbar.
Am Beispiel des Charlottenburger Westens gebe ich Ihnen kurz einen Einblick, wie vielfältig und bunt Ökumene vor Ort gelebt werden kann. Diese lokale Einbindung ist genauso wichtig, wie zentrale Veranstaltungen. Regelmäßig treffen sich Vertreter der vier westlichen Gemeinden aus Frieden, Neu-Westend, der anglikanischen Gemeinde St. Georges und der katholischen Gemeinde Heilig Geist und befinden sich im ganz praktischen Austausch der alltäglichen Sorgen und Freuden, laden sich gegenseitig zu den jeweiligen Veranstaltungen ein und bereiten gemeinsam das Pfingstfest reihum in einer der vier Gemeinden oder Ostern auf dem Drachenberg im Grunewald vor.
Absprachen zu gemeinsamen Kollekten für Aktionen wie dem Brunnenbau in Gebieten in Jemen, Tansania oder Malawi konnten über Jahre ermöglicht werden, wurden teilweise auch vom Kirchenkreis unterstützt und stärken uns in der Überzeugung, auch weltweit mit bescheidenen Mitteln etwas bewirken zu können.
Gemeinsam mit Jugendlichen aus den verschiedenen Gemeinden wird jedes Jahr ein Kreuzweg erarbeitet, auf dem wir uns zu Fuß in der Region bewegen und uns auf Spurensuche begeben, um die Erinnerung an lokale Geschichte ins Gedächtnis zu rufen. Wir besuchen Orte, an denen Menschen einst ausgegrenzt wurden und wo durch Stolpersteine an sie erinnert wird, oder wir suchen ehemalige Wohnorte von bekannten Menschen auf, die unter dem Nationalsozialismus Unrecht oder Verfolgung erlitten haben. Dieses Jahr besuchten wir Straßen um das Olympiastadion herum, die an Opfer des Rassismus erinnern.
Gerade in religiös nicht allzu bewegten Zeiten, gerade in Berlin, lehrt einen der Austausch mit anderen christlichen Traditionen die Vorzüge der eigenen Herkunft und macht neugierig auf das Leben der jeweiligen Anderen.
Herzlichst bis zum 26. April,
Ihr Frank Vöhler
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