06/06/2026 0 Kommentare
Menschen in Halensee: Porträt Christian Hagitte
Menschen in Halensee: Porträt Christian Hagitte
Menschen in Halensee: Porträt Christian Hagitte
# Neuigkeiten aus der Gemeinde
Veröffentlicht am Montag, 1. Juni 2026 00:00

© Photo by Ryoji Iwata on Unsplash
Menschen in Halensee: Porträt Christian Hagitte
Sechs Fragen, sechs Antworten
Porträt-Interview mit unserem Kirchenmusiker Christian Hagitte

- Was und wer hat Sie religiös geprägt?
Ich bin auf dem Dorf in Bayern groß geworden – in einer Zeit, in der kirchliche Strukturen selbstverständlich zum Alltag gehörten. Besonders meine Mutter hat mich im Glauben geprägt; der gemeinsame Gottesdienst am Sonntag war ein fester Orientierungspunkt. Auch die Musik spielte dabei eine wichtige Rolle: Im gemeinsamen Singen und Musizieren wurde Glaube für mich erfahrbar. Umso schöner ist es für mich heute, diesen Weg als Musiker weiterzuführen und auf meine Weise etwas für die Gemeinde einzubringen und sie mitzugestalten.
- Was ist Ihnen am Glauben wichtig?
Gerade in der heutigen Zeit sind mir die grundlegenden christlichen Werte besonders wichtig – sie geben Orientierung und tragen das Miteinander. Dazu gehört für mich auch, einander mit Respekt zu begegnen und sich gegenseitig zu stärken – etwas, das ich besonders im gemeinsamen Musizieren erlebe. Glaube bedeutet Gemeinschaft: die Erfahrung, nicht allein zu sein, sondern verbunden. Und er schenkt Geborgenheit und Zuversicht – eine Kraft, aus der heraus gemeinsam etwas Besonderes entstehen kann.
- Was schätzen Sie an der Halenseegemeinde?
Ich schätze an der Halensee-Gemeinde ihre Offenheit – für Menschen, für Ideen und für unterschiedliche Wege des Glaubens. Hier begegnen sich Menschen mit Vertrauen, tragen einander und lassen Raum, sich zu entfalten. Als Musiker durfte ich viele besondere Momente begleiten – Taufen, freudige Feste und auch ergreifende Abschiede – und dabei erleben, wie diese Gemeinschaft trägt. Es ist eine Gemeinde, die stärkt, ermutigt und Flügel verleiht – und in der, ganz im „Spirit of Hochmeister“, immer wieder Neues wachsen kann.
- Was wünschen Sie sich von der Gemeinde?
Ich wünsche der Gemeinde, dass sie auch im Wandel der Zeit ihre besondere Kraft behält. Dass sie ein Ort bleibt, an dem Menschen sich begegnen, einander unterstützen und ihren Platz finden können. Der „Spirit of Hochmeister“ – diese Offenheit, dieses Vertrauen und die Freude am gemeinsamen Gestalten – möge dabei lebendig bleiben. Und dass die Gemeinde für viele weiterhin ein verlässlicher Nährboden und eine wichtige Säule im Leben sein kann.
- Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, ist die Freizeit manchmal etwas überschaubar – was ich aber als großes Glück empfinde. Wenn doch Zeit bleibt, verbringe ich sie am liebsten im Kreis meiner Familie. Und wann immer es möglich ist, zieht es mich hinaus in die Natur – zum Wandern, Durchatmen und Kraft sammeln.
- Was möchten Sie in Ihrem Leben noch machen?
Ich erlebe mich in der glücklichen Lage, dass sich vieles fügen durfte – und spüre dadurch, dass große Wünsche gar nicht mehr im Vordergrund stehen. Dafür empfinde ich Dankbarkeit. Umso mehr liegt mir daran, die leisen, oft übersehenen Momente des Alltags wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben. Mich beschäftigt dabei immer wieder die Frage, wie aus Ideen und Begegnungen Neues entstehen kann, auch für die Gemeinde. Und im Moment arbeite ich an einer größeren Komposition: dem Requiem op. 23.
Das Interview führte Joachim Krätschell
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