Monatsspruch für Februar 2026

Monatsspruch für Februar 2026

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# Neuigkeiten aus der Gemeinde

Monatsspruch für Februar 2026

Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR dein Gott dir und deiner Familie gegeben hat. 5. Mose 26,11

Ich mag die persönliche Anrede. Also nehme ich diesen Vers als Aufgabe an mich.  Sozusagen als Gegentrend dazu, alles negativ und eher kritisch zu betrachten, wie es heute Viele tun.

Natürlich kann man Freude und Fröhlichkeit nicht fordern. Ich übersetze den Satz eher als freundliche Aufforderung, eine Einladung. Denk doch mal nach, wieviel Grund du hast, dich über all das Gute, das dir gegeben wurde, zu freuen. Und zwar nicht nur über ein paar ausgewählte Dinge, sondern über alles Gute.

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mehr genau, wann Freude und Fröhlichkeit so richtig aus tiefstem Herzen bei mir aufkam. Umso mehr Grund, mir dazu Gedanken zu machen.

Und zugegeben: je älter ich werde, desto mehr empfinde ich Freude angesichts meiner Herkunft und auch darauf, wie ich mich entwickelt habe.

Meine Familiengeschichte in Kürze:  Als zweitgeborene Tochter ohne Vater mit Schwester, Mutter und Oma in armen Verhältnissen aufgewachsen. Was es zum Leben brauchte, war vorhanden. Mehr nicht. Ein Zuviel gab es nicht. In den 50‘er und 60‘er Jahren in Kreuzberg keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

Ich halte inne und lasse Ereignisse und Personen vor meinem geistigen Auge vorüberziehen. Nehme mir Zeit und alte Fotos zu Hilfe. Richte den Blick auf das Gute. Ich sehe mich und meine Entwicklung bis heute. Ich sehe, was alles bedingungslos gegeben wurde. Da kommen tatsächlich Fröhlichkeit und Freude auf.

Mutter und Oma gaben ein großartiges Modell, wie mit wenig Geld und viel Kreativität der Alltag gemeistert werden konnte. Aufgeben war keine Option. Die Freude darüber, dass ich immer ohne jeden Vorbehalt zurück nach Hause kommen konnte und willkommen war. Es blieb der verlässliche sichere Hafen, auch als ich schon längst ausgezogen war. Die tiefe Freude, dass ich trotz aller finanziellen Schwierigkeiten gewollt und geliebt war.

Ich bin froh, dass ich noch zu Lebzeiten meiner Mutter und Oma Dank sagen konnte für all das Gute, das mich auch zu dem Menschen (Oder: Zu der Frau, die) gemacht hat, der ich heute bin.

Und nun kommt Gott dazu. Für den Schreiber dieser Texte im 5. Buch Mose war es viel selbstverständlicher als heute, eine göttliche Macht hinter allem zu sehen. Das ganze Leben stand immer in Bezug zu Gott. ER allein ist es, der das Gute gibt. Daran bestand kein Zweifel. Aber wir leben im Jahr 2025 in einer säkularisierten Welt. Unser Leben in Bezug zu Gott zu stellen, ist nicht mehr selbstverständlich.

Ich bin nicht religiös aufgewachsen. Meine Erfahrungen mit Gott begannen mit Kirche. Genauer mit dem Kindergottesdienst, über Kindergruppen, Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit usw. Es war ein langsames sich annähern. Das Einbeziehen Gottes in mein Leben begann. Das „in-Beziehung-zu-ihm-gehen“. Das an IHN glauben können.

Zurück zum Anfang. Ich glaube, dass Gott mir genau diese Familie gegeben hat. Er hat mir unglaublich viel Gutes durch sie zukommen lassen.

Wie lesen Sie den Monatsspruch? Ist es bei Ihnen auch schon eine Weile her, dass Sie sich aus ganzem Herzen gefreut haben und fröhlich waren in Bezug auf sich und Ihre Familie? Nehmen Sie sich doch aus diesem Anlass einmal die Zeit zum Nachsinnen und -spüren. Und wenn Sie alles geprüft haben, behalten Sie das Gute. Ich hoffe, dass es in jeder Familie Grund zur Freude gibt. Beziehen Sie Gott in Ihre Lebens- und Familiengeschichte mit ein. Vielleicht bekommt manches Ereignis dann noch im Nachhinein eine andere Bedeutung.

Ich habe noch einen kleinen Tipp für eine Ausstellung zu diesem Thema: Im Humboldforum läuft zurzeit: “Alles Familie oder was?“

Michaela Simon

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