Passionsandachten und Tischabendmahl 2026

Passionsandachten und Tischabendmahl 2026

Passionsandachten und Tischabendmahl 2026

# Neuigkeiten aus der Gemeinde

Passionsandachten und Tischabendmahl 2026

Komm, wir ziehen in den Frieden (Udo Lindenberg 2018)

Gedanken zur Passionszeit 2026:  Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

Wieder ist es Advent – eine Zeit des Wartens und Hoffens. Wieder sitze ich am PC, um die Gedanken und Ideen der neuen Vorbereitungsgruppe für die Passionsandachten 2026 zusammenzufassen – auch dies wird wieder eine Zeit des Wartens und Hoffens – vielleicht noch stärker als in den letzten Jahren.

Noch viel drängender bewegt uns inzwischen die Sorge um den Zustand der Welt und die Angst vor immer näher rückenden Kriegen. Erst vor wenigen Tagen, gerade zu Beginn der Adventszeit, hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Berlin mit eindringlichen Worten vor einem russischen Angriff auf Nato-Gebiet gewarnt und gemahnt, dass noch immer zu viele den Ernst der Lage nicht begreifen würden: „Wir müssen auf einen Krieg vorbereitet sein, in der Größenordnung, wie ihn unsere Eltern und Großeltern ertragen mussten.“ Unsere Söhne und Enkelsöhne, diesmal auch die Töchter, werden vor die Frage gestellt sein: Wie willst du dein Land und die Freiheit verteidigen?

Gleichzeitig sehnen wir uns nach Stopp der Angriffskriege und Aussöhnung der Völker, nach Verständigung untereinander, nach dem Ende von Feindschaft und Hass, Wahrung der Menschenrechte, Abschaffung des Hungers – kurz: nach Frieden unter den Menschen.

„Komm, wir ziehen in den Frieden“, so lautet der Titel und Refrain eines Liedes, das Udo Lindenberg 2018 gesungen hat, man kann es immer noch im Internet anhören:

 


Im Artikel zur Jahreslosung 2019 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15) wurde es auch in der Hochmeisterzeitung zitiert.

„Wir ziehen in den Frieden“, das lässt an eine bunte singende Schar denken, hüpfend und tanzend. Lachende Gesichter, klatschende Hände. Voller fröhlicher Entschlossenheit. Hoffnungsvolle Bilder, Trost in Angst und Verzagtheit, Tapferkeit statt Bangigkeit, Mut statt Verzweiflung. Und der Kehrreim des Liedes heißt: „Komm wir ziehen in den Frieden! Die Mission ist erst erfüllt, wenn keiner mehr den anderen killt. Wir lassen diese Welt nicht untergehen!“

Aber heißt das schon „Frieden“? Reicht ein Ende von gegenseitigem Töten?

Lindenberg lässt in seinem Lied Kinder wichtige Passagen aus dem Grundgesetz und der Erklärung der Menschenrechte zitieren. Es ist sehr eindrucksvoll, wenn da eine Kinderstimme deklamiert: Artikel eins: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Recht geboren Sie sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“

Aber mit „Frieden“ ist doch noch mehr gemeint! Der berühmte Philosoph des 17. Jahrhunderts, Baruch de Spinoza, in Amsterdam geborener Sohn sephardischer Juden, von der portugiesischen Inquisition vertrieben, beantwortete diese Frage so: „Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit.“ (Baruch de Spinoza, Tractatus Theologico-Politicus, Kapitel 20, 1670)

Seine Worte entsprechen ganz dem Verständnis von „Frieden“ im Alten Testament. Leben im Frieden ist nur da möglich, wo Gott geehrt wird. Das hebräische Wort: »Schalom« bezeichnet den Zustand des »Heilseins« und des Wohlergehens, es ist Teil einer Segensformel beim Abschied. Ein Mensch soll in Frieden gehen oder zurückkehren und auch in Frieden sterben.

Für unsere diesjährigen Passionsandachten und das Tischabendmahl haben wir uns an Andachten der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste orientiert, die im Vorjahr Gedichte von Dietrich Bonhoeffer und das Gedenken an ihn in den Mittelpunkt stellten. Bonhoeffer, ein wichtiger Vertreter der Bekennenden Kirche, schrieb diese Gedichte und auch die folgenden Worte 1944 in seiner Haft in Tegel:

„Wer wollte auch von Gott reden, ohne zu hoffen. Tatenloses Abwarten und stumpfes Zuschauen sind keine christlichen Haltungen.“ Bonhoeffer starb im Widerstand gegen das Unrecht der nationalsozialistischen Mörder. Ergebung unter Gottes Wort und Einsatz für Gerechtigkeit waren seine Grundsätze.

Für das Vorbereitungsteam
Astrid Witten

Unsere Andachten in der Passionszeit 2026:

Fr 27.02.2026   Andacht 18 Uhr Bonhoeffer: „Kirche ist nur Kirche, wenn sie Kirche für andere ist.“ (Termin)

Fr 13.03.2026   Andacht 18 Uhr Bonhoeffer: „Wer bin ich? Wer ich auch bin, du kennst mich, Gott“(Termin)

Fr 27.03.2026   Tischabendmahl 18 Uhr Bonhoeffer: „Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not“ aus seinem Gedicht „Christen und Heiden“ (Termin)


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